Eat healthy

Basisch und Sauer? Was ist das denn?

25. September 2019

Jetzt wird´s ein bisschen theoretisch.

Als ich anfing mich mit der Wirkung der verschiedenen Lebensmittel auf unseren Körper zu beschäftigen, stiess ich relativ schnell auf die Begriffe „sauer“ und „basisch“. Gehört hatte ich schon von basischer Ernährung, das aber bis zu dem Zeitpunkt als Quatsch von hanftragenden Biogurus abgetan. Liest man sich dann mal etwas in das Thema hinein versteht man, warum das ein superwichtiges Thema in unserer Ernährung mit einem absolut hohen Stellenwert sein sollte.

Ich versuche das ganze mal in meinen eigenen Worten und so kompakt es geht zu erklären ohne zu tief zu gehen.

Unser Körper hat einen Säure-Basen-Haushalt, der, wenn er im Gleichgewicht ist, dafür sorgt dass wir unser Leben fit und vital meistern können. Durch Stress, falsche Ernährung, Alkohol und Sport kann dieser Haushalt aus dem Gleichgewicht geraten und grob gesagt unser Körper übersäuern. Das Problem daran ist, dass ein saurer Körper anfälliger für viele Krankheiten ist. In unseren Körpern entstehen neben Harnsäure aus tierischen Produkten, Gerbsäure aus Kaffe, Essigsäure aus Süssigkeiten auch Salzsäure durch Stress und Milchsäure durch Sport. Dazu kommen noch einige andere Dinge die unseren PH-Wert beeinflussen können, wie zB Umweltgifte, Aluminium aus Deos, Medikamente, Um dieser Übersäuerung entgegenzuwirken, oder sie von vorneherein zu vermeiden ist es sinnvoll sich von Lebensmitteln zu ernähren, welche Basenbildend wirken. Basische Lebensmittel sind Nahrungsmittel, die Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Calcium, Natrium, Eisen oder Kalium liefern und die der Körper basisch verstoffwechselt. Werden dem Körper über längere Zeit zu viele saure und zu wenig basische Lebensmittel zugeführt, muss er immer grössere Anstrengungen unternehmen, die Säuren im Körper zu neutralisieren, um einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt aufrechtzuerhalten. 

Wir könnten doch einfach die schlechten Säurebildner weitestgehend aus unserer Ernährung streichen und diese Energie anders und sinnvoll nutzen.

Bekannt ist die 80:20-Regel, bei der 80% basische und 20%saure Lebensmittel aufgenommen werden. Ernähren wir uns basenreich, fällt es unserem Körper leichter, die ein oder andere Saure Sünde zu verzeihen. Wir haben körpereigene Puffer, die dafür sorgen dass uns saure Lebensmittel nicht schaden, jedoch müssen diese mit basischer Ernährung unterstützt und aufgefüllt werden. Basische Lebensmittel wirken entzündungshemmend, und zwar aufgrund ihrer hohen Vitalstoff- und Antioxidantiengehalte sowie der richtigen Fettsäuren. Chronisch latente Entzündungsprozesse stehen oft am Anfang von vielen chronischen Zivilisationserkrankungen (von Rheuma und Arteriosklerose über Diabetes bis hin zu Autoimmunerkrankungen) und verlaufen zunächst völlig unbemerkt. Entzündungsprozesse jedoch führen zu einer endogenen (im Körper stattfindenden) Säurebildung und verstärken somit eine Übersäuerung. Basische Lebensmittel lindern bzw. verhindern eine Übersäuerung also zusätzlich auch über die Hemmung riskanter Entzündungsprozesse. Ich liste hier grob auf was wie wirkt (und ja, ich bin bei der „Säurebildner-Liste“ auch erstmal aus allen Wolken gefallen, stehen da ja die Dinge drauf auf die ich früher meinte niemals verzichten zu können). Einen guten Überblick findest du auch hier: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/pdf/tabelle_saure-und-basische-lebensmittel.pdf

SCHLECHTE SÄUREBILDNER
Wurst | Alle Fleischsorten und alle Fleischprodukte | Milch und alle Milchprodukte | Fisch, Meeresfrüchte und alle Fischprodukte | Cerealien | Weißer Zucker und alle Zuckerarten | Alle Süßstoffe (Aspartam, Cyclamat …) | Kaffee u. Kaffeemischgetränke | Schwarzer Tee | Alle Nikotinprodukte | Alle Alkoholische Getränke | Alle Eiersorten u. Nahrungsmittel in denen Eier verarbeitet sind | Alle Kohlensäurehaltige Getränke | Zu stark angebratene, gegrillte Speisen (Röststoffe ) | Drogen u. jede Art von Rauschmittel | Alle Weißmehlproduckte (Nudeln, Brötchen) | Alle Nahrungsmittel mit Hefe | Fluoridiertes Jodsalz | Alle Fertiggerichte | stark verarbeitete Sojaprodukte | gehärtete Fette und Öle

GUTE SÄUREBILDNER
enthalten Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine und Eiweiße
Haferflocken | Getreide (z.B. Dinkel, Kamut, Urkorn wenn möglich gekeimt) | Getreideprodukte wie z.B. Bulgur und Couscous, Hirse und Pseudogetreide wie Amaranth, Buchweizen oder Quinoa | Nüsse, bestenfalls eingeweicht | Hülsenfrüchte (z.B. Linsen, Bohnen, Mungobohnen, Adzukibohnen, Sojabohnen, Kichererbsen, Erbsen) | Hochwertiger Bio-Tofu und und hochwertige fermentierte Sojaprodukte (Miso, Tempeh) | Ölsaaten wie beispielsweise Leinsamen, Sesam, Hanfsaat, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Mohn (bestenfalls gekeimt, da besser verdaulich) | tierische Produkte aus biologischer Landwirtschaft und in kleinen Mengen | Bio-Rohkakaopulver und selbstgemachte Schokolade | Grüntee, Matcha und Kakao (aus Rohkakao und Nussmilch)

BASENBILDNER
fast alle Gemüsesorten | gekeimte Hülsenfrüchte | Obst, hier auch Trockenfrüchte, besonders getrocknete Feigen und Datteln | frische Kräuter | Sprossen | reiner Kakao | Mandeln | gekeimte Nüsse | Pilze

Und wie setze ich das jetzt um?

Dank der Entscheidung, annähernd zu keine tierischen Produkte bis auf eine gelegentliche Käse-Ausnahme mehr zu mir zu nehmen, fällt mir die Ernährung „natürlich“ relativ leicht.
Das Frühstück mit gekeimten Getreideflocken, geschroteten Leinsamen, frischem Obst, die Zwischenmahlzeit aus z.B. einem halben Apfel, Nüssen, Datteln und ein bisschen Erdnussbutter, oder das Abendessen mit viel frischem Gemüse, Rohkost und Hülsenfrüchten, Bio-Tofu oder was auch immer.
So schaffe ich es, am Tag zumindest über das Essen nur wenig Säurebildner zu mir zu nehmen. Natürlich trinke ich Kaffee und Mineralwasser, treibe Sport und habe sicherlich auch mal Stress, das schafft dann trotzdem Säuren in meinen Körper. Aber durch die gute Ernährung puffert sich das denke ich ganz gut weg.

Mein Laster ist definitv der Weißwein, auf den ich nicht verzichten möchte. Allerdings trinke ich nur am Wochenende Alkohol, und versuche das dann auf einen Abend zu reduzieren. An diesem „ungesund-Abend“ greife ich auch mal zu einem Stückchen Käse wenn wir eingeladen sind, oder esse eine Pasta oder etwas Süsses. Aber das ist grob gesagt ein Abend von 7, oder eine Mahlzeit in der ganzen Woche. Ich habe für mich entschieden dass es zu meinem Leben dazugehört, als Ausnahme auch mal 5 grade sein zu lassen. Halt eben nur MAL, dann aber bewusst und mit Genuß. Alles andere macht denke ich nicht glücklich, oder mich zumindest nicht.

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