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Eat more plants :)

3. November 2019

Vegan = Moralaposteltum?
Ich denke so, oder so ähnlich empfinden immernoch viele Leute, wenn Sie an sich rein pflanzlich ernährende Mitmenschen denken.

Letztens hat mir ein Freund per Whatsapp einen „Antivegan“-Witz geschickt und vorsichtig dazu gefragt, ob das ok ist und ich ein „Spass-verstehender Veganer“ wäre :).
Mir ist dadurch mal wieder bewusst geworden, was für ein schlechtes Image dieses Wort eigentlich hat. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann finde ich selbst das Wort „Vegan“ auch einfach fürchterlich. Für mich ist es behaftet mit Dogmatismus, Gutmenschtum, Körneressen, erhobenen Zeigefingern und ständigem Missionieren wollen der gesamten Umgebung. Und als ich vor eineinhalb Jahren entschieden habe, mich ab jetzt komplett pflanzenbasiert zu ernähren haben sich schon bei einigen Mitmenschen die Augenbrauen ziemlich weit nach oben bewegt :). Mittlerweile hat sich das Umfeld dran gewöhnt, und diejenigen die bisher bei uns zum Essen waren sind allesamt satt, glücklich und zufrieden wieder nach Hause gegangen. So schlimm kann es also nicht gewesen sein :)!
Mein Mann Sebastian geht den veganen Weg zu 98% mit, wenn sich aber bei Einladungen oder auf einer Reise mal ein toller Fisch, Fleisch oder ein Stück Käse anbieten sagt er nicht nein.

Vielleicht trägst Du Dich schon länger mit dem Gedanken, Dich weniger von tierischen Produkten zu ernähren und weisst nicht so ganz genau, wo Du anfangen sollst? Die Gründe sind ja vielfältig… vielleicht geht es Dir in erster Linie um Deine eigene Gesundheit (warum tierisches Eiweiß und Fett eher suboptimal für Dich und Deinen Körper ist, liest du hier), vielleicht möchtest Du etwas für den Umweltschutz und den Co2-Ausstoß tun, oder aber Dein Gewissen kommt mit der Art und Weise der heutzutage gängige Massentierhaltung nicht mehr zurande.

Egal welche Beweggründe Du hast, der Anfang ist eigentlich ganz einfach, auch wenn man immer hört „Achtung, als Veganer ist man unterversorgt mit allen möglichen Nährstoffen“. Wenn man das Ganze etwas geschickt und mit Köpfchen umsetzt ist diese Rumunkerei eigentlich viel Wirbel um nichts.

Was haben wir mit was ersetzt?

• Für uns war der erste Schritt, Milch mit Hafermilch zu ersetzen. Die gibt es bei Rewe, bei DM und eigentlich auch sonst überall im gutsortierten Supermarkt.

• Unser Joghurt im Frühstück ist dem Bio-„Sojaghurt“ von Rewe gewichen, zumindest ab und zu. Den Geschmack finde ich so halb-prickelnd, so dass ich meistens das Joghurt bei meinen Haferflocken weglasse. Die Alternativen von zB Alpro sind so voller Zusatzstoffe, dass ich damit nicht ersetzen möchte, auch wenn sie vielleicht toll schmecken.

Fleisch ersetzen wir mit Tofu (hier haben wir uns durch ziemlich alle Tofus durchprobiert und finden mit großem Abstand den Bio-Räuchertofu von Rewe am besten. Wir essen den wirklich oft auch pur, oder einfach kross angebraten zu unseren Speisen dazu. Was auch eine gute Alternative ist, ist Seitan. Hieraus kann man super Beilagen zaubern, die vom Geschmack und der Anmutung her wirklich an Fleisch herankommen, und zwar ohne unerwünschte Zusatzstoffe. Eine Alternative sind sicherlich auch die vielen vielen (Bio-) Fleischersatzprodukte, die mittlerweile auf dem Markt sind. Viele sind jedoch mit Mineralölrückständen und allen möglichen Zusatzstoffen vollgepumpt, so dass man genau hinschauen sollte was man da kauft, und überlegen sollte, ob man hier zu den ungefährlicheren Bio-Produkten greift.

Wurst muss ich persönlich eigentlich gar nicht mit irgendwas ersetzen, mein Mann Sebastian hat schon manchmal Lust auf eine Brotzeit und isst dann auch mal die vegetarischen oder veganen Produkte von zum Beispiel Rügenwalder auf sein Brot.

Hier ist natürlich die Grundsatzdiskussion, die oft entsteht. Muss man denn, wenn man auf tierische Produkte verzichtet, auf Ersatzprodukte zurückgreifen um den Geschmack zu simulieren? Ich für mich muss es ehrlich gesagt nicht, aber wenn zum Beispiel mein Mann einmal im Monat Lust auf einen Incredible Burger hat, warum nicht? Ich denke dass diese Entscheidung auch jeder für sich selbst fällen muss und möchte hier auch keinen Glaubenskrieg kämpfen :).

Fisch Wir haben schon länger aufgehört, hier bei uns in der Gegend Fisch zu essen, weil wir keine Fische aus Aquakultur mehr zu uns nehmen wollten und irgendwie auch Bio-zertifizierter Fisch von superweit weg nicht so ganz das Wahre war. So fehlt mir dieser Aspekt ohnehin nicht. Wenn wir im Ausland und am Meer unterwegs sind, isst Sebastian sicherlich mal einen frisch gefangenen Fisch vom Grill. Da das aber so selten vorkommt ist das nicht wirklich erwähnenswert, und ich verzichte auch hier ohne dass ich das Gefühl habe, etwas zu verpassen.

• Käse OOOOoooooohhhhhhhhh, KÄSE!!! Wir waren die totalen Käse-Junkies!!! Parmesan, ein geiler, stinkiger, davonlaufender Camenbert mit Feigensenf. oder ein würziger Bergkäse. Hach, ein Traum! Das war zugegebenermaßen das Einzige, was mir wirklich wirklich schwer gefallen ist. Im ersten halben Jahr meines veganen Daseins habe ich mir alle paar Wochen mal noch eine kleine Käse-Ausnahme gegönnt, wenn wir bei Freunden eingeladen waren und es zum Nachtisch eine Käseplatte gab. Mittlerweile fehlt mir hier ehrlich gesagt gar nichts mehr. Der Yieper ist weg, Sebastian greift noch ab und an zu, aber auch das passiert selten und so ist auch der Käse aus unserem Kühlschrank verschwunden. Es gibt zum Beispiel von BEDDA einen geilen „Käse“ aus Cashew mit Bockshornklee oder schwarzem Pfeffer. Schmeckt supergut, und wenn doch mal Sebastians Yiep kommt greift er hier gerne zu.


Was ich superwichtig zu sagen finde ist folgendes:
Wir VERZICHTEN und DARBEN NICHT.

Ich glaube man muss sich einfach bewusst machen dass man ANDERS isst, dass sich ganz neue Rezepte, Geschmackswelten und eine gigantische Vielfalt an Lebensmitteln auftun, die man vorher oft gar nicht auf dem Schirm hatte. Wir können deftig, sättigend, glücklichmachend, zünftig, abwechslungsreich, gesund, vielfältig und umwerfend lecker essen, und das ohne ein einziges tierisches Produkt zu uns zu nehmen. Die Vielfalt und neue Kreativität, die in unserer Küche Einzug gehalten hat ist wirklich umwerfend und ich muss ehrlich sagen dass ich bisher nicht eine einzige Sekunde die Entscheidung bereut habe, mich ab jetzt pflanzlich zu ernähren!

Ich hoffe dass dieser Beitrag Dir Mut macht es auch einfach mal zu versuchen. Es muss ja auch niemand von heute auf morgen kompletter Veganer werden. Der Schritt zum Vegetarier ist auf jeden Fall schonmal ein Guter für Deine Gesundheit. Wenn Du danach noch weiter gehen möchtest und auf noch mehr „Tier“ verzichten willst, nur zu!

Ich stehe Dir gern mit Rat, Tat und Rezepten zur Seite! Und hoffe dass Du es vielleicht mal auf einen Versuch ankommen lassen möchtest.

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