Über den Tellerrand ...

Das sind die Hormone …

17. Dezember 2019

Viele Kosmetika, Haarpflegemittel und Pflegeprodukte wirken „hormonaktiv“ oder sind anders schädlich für unsere Gesundheit. Ich versuche Dir hier mal einen kleinen Überblick zu geben.

Ich bin im Moment auf der Suche nach einem guten Haarpflegemittel. Vor einer Weile bin ich komplett auf Naturkosmetik umgestiegen und bin hier noch nicht ganz überzeugt vom bisher getesteten Shampoo und den Spülungen, so dass das Ganze noch ein wenig Ausprobieren bei verschiedenen Herstellern erfordert :). Meine Friseurin hat mir am Samstag Produkte von Goldwell für die Pflege meiner Haare mitgegeben. Spasseshalber habe ich mir die App „Codecheck“ heruntergeladen und mal geschaut, was in den Friseur- und auch in anderen „bewährten“ Haarpflegeprodukten enthalten ist, die ja in sehr sehr vielen Haushalten im Badezimmer stehen.
Wenn ich ehrlich bin habe ich schon geahnt, dass die meisten Sachen nicht gerade gesunde Inhaltsstoffe haben, aus dem Grund bin ich vor 2 Jahren auf Pflege- und Reinigungsprodukte für unseren Haushalt umgestiegen, die Bio oder naturzertifiziert sind.

Schockierend war trotzdem wieder einmal, dass JEDES konventionelle Haarpflegeprodukt (Shampoo, Kur oder Spülung), welches ich recherchiert habe mindestens 1-2 „sehr bedenkliche“, meistens mindestens 3 „bedenkliche“ und oftmals noch viele andere Stoffe enthält, welche unserer Gesundheit nachhaltig schaden können.

Bei den „sehr bedenklichen“ Inhaltsstoffen sind die „weniger schlimmen“ für uns wohl die, die „nur“ Allergien hervorrufen können. Die anderen, die teilweise hormonaktiv wirken, Krebs hervorrufen oder fördern, oder die Hautbarriere durchlässiger machen sind das deutlich größere Übel, mal ganz abgesehen von Erdöl (zum Beispiel Paraffinum Liquidum / Isoparaffin), welches oft verunreinigt ist, Mikroplastik und Palmöl.
Zum Beispiel hat das mir empfohlene Pflegespray „Rich Repair“ 1 sehr bedenklichen, 1 hormonell wirksamen, 4 schwer abbaubare Polymere und 5 weitere bedenkliche Wirkstoffe in seiner Formel enthalten.
Da fängt man doch mal an nachzudenken.. sprühe ich mir das jetzt in meine Haare und auf meine Kopfhaut und lasse es da schön einwirken um hinterher weichere Haare zu haben und gehe dafür diese gesundheitlichen Risiken ein?

Auch hier gilt wohl wieder, wie auch beim Thema Ernährung, dass man einfache die Augen aufmachen muss. Die Kosmetikindustrie wirbt mit der tollen Anti-Falten-Creme, dem Glanz-Shampoo und der pflegenden Spülung. Dass hier aber in 95% der Fälle eben auch Inhaltsstoffe enthalten sind, die uns sehr krank machen können sagt natürlich keiner. Traurig finde ich, dass man den Herstellern im ersten Schritt doch mal vertraut. Dass man annimmt dass die Produkte gut für einen sind. Dass man Dinge kauft die so schädlich sind findet man leider nur nach eigener Recherche heraus.

Zum Beispiel werden als Konservierungsstoffe Parabene verwendet. Parabene lagern sich im Körper an und werden mit Krankheiten wie Unfruchtbarkeit, Diabetes, verfrühter Pubertät und hormonbedingten Krebsarten wie Brust-, Hoden, und Prostatakrebs in Verbindung gebracht. Auf Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl- und Phenylparaben sollte man verzichten sagt das Bundesamt für Risikobewertung. Hier liegen noch keine finalen Tests vor wie die Stoffe langfristig wirken. Schaut mal nach ob in Euren Kosmetika und Cremes

  • Methylparabene, Ethylparabene, Pentylparabene. Benzylparabene, Phenylparabene, Butylparabene
  • Propylparabene, Isopropylparabene, Isobutylparabene

enthalten sind. Auch in den Produkten für Eure Kinder! Hier gibt es sicherlich tolle Alternativen bei Naturkosmetik. Alle Cremes, Duschzeuge, Deos, Haarsprays und Kosmetika die ich getestet habe waren super. Und das muss nicht rasend teuer sein. DM und ROSSMANN haben mittlerweile auch echt gute und wirksame Produkte im Angebot.

Auch Duftstoffe (in PARFUM! und zB Cremes) sind teilweise Allergieauslösend, hormonell wirksam und sogar krebserregend (besonders künstlicher Moschus-Duft). Duftstoffe sind zum Beispiel Phthalate. Laut Öko-Test beeinflusst das häufig vorkommende Diethylphthalat den natürlichen Schutzmechanismus der Haut. Phthalate stehen außerdem im Verdacht, Nieren, Leber und die Fortpflanzungsfähigkeit zu schädigen und im Körper wie ein Hormon zu wirken. In herkömmlichen Parfums verwendete Farbstoffe sind teilweise allergieauslösend und potenziell krebserregend. Tenside/Emulgatoren können unsere Haut durchlässiger machen – für Wirkstoffe, aber auch für Schadstoffe. Auch sie gelten als potenziell krebserregend. In zertifizierten Naturkosmetik-Produkten sind PEG/PEG-Derivate und Sodium-Lauryl-Sulfate nicht zugelassen. Mittlerweile weiss glaube ich auch jeder, dass man Deos mit Aluminium meiden sollte.
UV-Filter und UV-Absorber – viele chemische UV-Filter gelten als bedenklich: Sie stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein, Allergien auslösen zu können und/oder sogar krebserregend zu sein. Diese findest Du oft in Sonnencreme, Lippenbalsam und MakeUp.

Dieser Beitrag liesse sich jetzt noch eine ganze Weile fortsetzen. Aber ich denke dass es eigentlich klar auf der Hand liegt. Lade Dir zum Beispiel die kostenlose „CODECHECK“ App herunter und scanne vor dem Kauf, was Du hier genau erwirbst, und was es mit Deinem Köper tut. Oder greife direkt auf Bio- und Naturkosmetik-Produkte zurück. Am Ende tust Du Dir hier selbst etwas Gutes.

Ich bin ehrlich gesagt schockiert weil ich mit soviel „Mist“ in den Sachen auch nicht gerechnet hatte. Hier findest Du einen sehr interessanten Beitrag, der sich zum Anschauen lohnt. Ich werde hinsichtlich Parfum und Zahnpasta auch nochmal weiterüberlegen, man will ja irgendwie auch nicht auf alles Gewohnte verzichten. Aber wenn gesundheitliche Risiken so klar auf der Hand liegen, dann lohnt es sich zumindest, mal drüber nachzudenken was man anders machen kann. Oft ist es ja nur der Griff ins Nachbarregal, der eine „gesunde“ oder eine „schädliche“ Hautcreme in Deinem Einkaufswagen landen lässt.

Ich finde es mittlerweile schade immer der „Buhmann“ zu sein, der schreibt „iss dies nicht, benutze das nicht, bewege Dich mehr usw.“.
Auf der anderen Seite bringt uns denke ich nur Ehrlichkeit weiter und hilft uns, etwas über den Tellerrand zu schauen. Was jeder mit den Infos anfängt ist ja immer noch die persönliche Entscheidung des Einzelnen.

Aber ich bin der Meinung, dass zumindest jeder alle Informationen haben sollte. Nur dann ist es doch fair und alle können für Ihr Wohl objektiver und besser informiert entscheiden. 🙂

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