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How not to die – Jedes Böhnchen… :)

26. Januar 2020

Dein Darm ist Deine wichtigste Schnittstelle zur Außenwelt!

Wenn man Deinen Darm auseinanderfalten würde hätte er eine Fläche von mehreren Hundert Quadratmetern. Durch das was Du isst kommt er so natürlich mit der Außenwelt in Verbindung. Darmkrebs zählt zu einer der am häufigsten diagnostizierten Krebsarten in der westlichen Welt, ist aber gottseidank sehr gut behandelbar, im Gegensatz zu Speiseröhren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs wo die Chancen deutlich schlechter stehen.
Am wichtigsten ist hier wohl die Prävention! Das Risiko steht im Schnitt bei 1:20, im Laufe des Lebens an Darmkrebs zu erkranken. Ab ca. 50 Jahren solltest Du auf jeden Fall die Krebsvorsorge bezüglich Deines Darms in Form von Darmspiegelungen und Stuhlproben wahrnehmen.

In Ländern wie Indien oder Afrika treten diese Krebsarten übrigens kaum auf. Man folgert auch hier wieder, dass das an der Ballaststoffaufnahme aus der vollwertigen pflanzlichen Ernährung liegt, die diese Bevölkerungsgruppen praktizieren.

Waffen die wir nutzen können
Kurkuma
Das gelbe, entzündungshemmende Gewürzpulver aus Indien scheint dafür zu sorgen, dass die Krebsraten der Inder deutlich geringer sind als die der westlichen Welt. Curcumin wirkt sich positiv auf die Zellen der Darmschleimhaut aus und kann Polypen (die Vorstufe zu Tumoren) an der Entstehung hindern, bereits bestehende Geschwüre scheint es sogar aufzuhalten. Es gibt Kurkumawurzeln mittlerweile in vielen Supermärkten zu kaufen, das Pulver ebenfalls. Ich gebe beides morgens in meinen Tee, zusammen mit Ingwer, Zitrone und schwarzem Pfeffer (welcher die Aufnahme verbessert) gibt das einen schönen scharfen heissen Morgentrunk der zudem noch gut für Deinen Körper ist! Alternativ gibt es Kapseln mit Kurkuma-Extrakt, welche sicherlich auch gut wirken! Natürlich ist es nicht nur das Kurkumin allein – nur 7% aller Inder essen regelmäßig Fleisch, die Ballaststoffaufnahme ist hoch und die Küche basiert auf reichlich Gemüse mit Hülsenfrüchten.

Phytate
Phytate sind natürliche pflanzliche Inhaltsstoffe, die in Vollkorngetreide, Bohnen, Nüssen und Samen vorkommen. Sie befreien Dein Blut von überschüssigem Eisen, welches durch seine freien Radikale Zellschädigungen hervorrufen kann. Phytate schützen Deine Kochen im übrigen auch vor Osteoporose, und zwar genauso stark wie ein Anti-Osteoporose-Medikament. Nur halt ohne Nebenwirkungen :).
Studien haben gezeigt das Phytate was Wachstum aller Arten von menschlichen Krebszellen verhindern, aber alle anderen Zellen in Ruhe lassen. Sie unterstützen die Aktivität von körpereigenen Immunzellen und unterbinden (falls der schlimmste Fall eingetreten ist) die Blutversorgung von Tumoren. Sie sind ebenfalls in der Lage, Krebszellen wieder in Ihren Ausgangszustand zu verwandeln, sind antioxidativ, entzündungshemmend und immunstärkend. „Nebenwirkungen“ von hoher Phytataufnahme sind unter anderem weniger Herzerkrankungen, Nierensteine und Diabetes.
Also ran an die Bohnen, die Vollkornhaferflocken und die Nüsschen :)!

Weniger Fleisch
Laut Studien haben die Personen, die mindestens einmal die Woche rotes Fleisch verzehren, ein doppelt so hohes Risiko für Darmkrebs, schlimmer ist aber wohl noch helles Fleisch. Das Risiko verdreifacht sich bei Personen, die helles Fleisch oder Fisch zu sich nehmen. Diejenigen, die dazu täglich eine Tasse Bohnen aßen konnten das Risiko wiederum deutlich senken. Es geht also nicht nur darum, weniger von etwas (in dem Fall Fleisch) zu essen, sondern auf der anderen Seite auch mehr von dem anderen zu verzehren. Also Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen etc. Wenn Du zusätzlich zu einem hohen Fleischkonsum zuwenig Phytate aufnimmst, nimmst Du Dir die Chance, das gefährliche Eisen in Deinem Blut unschädlich zu machen.
Was steckt denn eigentlich im Fleisch, dass das frühe Sterblichkeitsrisiko der Konsumenten in die Höhe treibt? Fleisch enthält den HÄMeisen, eine Eisenform die in Blut und Muskeln vorkommt und die besonders mit der Entstehung von Darmkrebs in Verbindung gebracht wird. Es führt in unserem Körper zur Bildung krebserregender freier Radikale. Pflanzliches Eisen tut dies wundersamerweise nicht. Die Fleischindustrie versucht fleißig Zusatzstoffe zu entwickeln, die die schädliche Wirkung von Fleisch abmildern sollen. Aber vielleicht würde es eher helfen, den Konsum zu drosseln.
Weniger Hühnerfleisch und das Bauchspeichseldrüsenkrebsrisko sinkt!
Eine 10 Jahre dauernde europäische Studie an 447.000 Personen hat gezeigt dass das Risiko zu erkranken um 77% stieg, wenn man pro Tag 50 gramm Hühnchenfleisch verzehrte. Also auch hier wieder.. einfach ein bisschen weniger :)!

Beeren, Äpfel und Ballaststoffe
Die antioxidative und gesunde Wirkung von Blaubeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Äpfeln, Zitrusfrüchten auf unseren Magen-Darm-Trakt unser Verdauungssystem und eigentlich unseren ganzen Körper sind unbestritten.
Ballaststoffe und pflanzenbasierte Ernährung sorgen ausserdem für einen eher weichen und großen Stuhlgang. Im Gegensatz zu dem oft kleinen und harten Produkt von tierisch essenden Menschen fällt es den Pflanzenessern leichter, die Stuhlmenge in die Toilette loszuwerden ohne fürchterlich zu pressen. Ballaststoffe binden ausserdem Schadstoffe wie Blei und Quecksilber, überschüssiges Cholesterin und Östrogen und helfen uns, sie auszuscheiden.

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Das alles sind so ernste und traurige Themen dass wir uns jetzt vielleicht mal etwas positivem Zuwenden 🙂 !

Ich finde es toll dass wir mittlerweile ein riesiges Wissen haben wie wir uns helfen können. Welche Nahrungsmittel schlimme Dinge in unserem Körper verhindern oder besser machen können. Und wie einfach es doch eigentlich ist, ein paar Böhnchen, Linsen, mehr Haferflocken, Leinsamen, Nüsse und Beeren in die eigene Nahrung einzubauen. Wenn sich hier nur ein einziger Leser inspiriert fühlt, etwas an seiner Ernährung zu ändern habe ich alles erreicht was ich wollte – auch wenn das oben natürlich erstmal „schlechte Laune“ Themen sind. Aber nicht alles was hilft macht immer Spass… von daher nehmen wir vielleicht lieber in Kauf dass wir mal ein paar Sachen essen die uns nicht 100% schmecken, aber uns dafür langfristig gesund halten. Es geht ja nicht nur drum, altzuwerden, sondern das möglichst gesund zu tun.

Im nächsten Beitrag geht es um Lebensmittel die Dr. Greger empfiehlt und wogegen diese am besten helfen bzw. gegen was sie vorbeugend wirken.

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