Love the dog!

Warum um alles in der Welt so ein Titel?!

Psyche, Seele, Loslassen, Meditation, Stille, Ruhe, Atmen.
All diese Themen waren für mich früher völlige Fremdwörter.

Ich bin wie eine Verrückte durch mein Leben gerannt, ohne es zu merken. Bis 30 habe ich gefühlt GAR nichts gemerkt, ich war einfach nur „sorglos gemütlich“, ohne Bewegung und mit viel ungesundem Essen. Und ich kann vollen Ernstes sagen dass ich es einfach nicht besser wusste. Entweder hatte ich mich bis dahin einfach nicht dafür interessiert oder einfach die Augen verschlossen – ich kann es nichtmal genau sagen.

Als ich dann irgendwann auf den Sport- und Ernährungstick kam, habe ich das nicht langsam, sondern superperfektionistisch umgesetzt.. dauernd mein Essen wiegen, mich selbst wiegen, alles wiegen. Dazu ausschließlich Ausdauersport, einen Riesenhaufen Arbeit bis in die Nacht über Jahre, um mir neben meinem festen Job in Werbeagenturen meine Selbstständigkeit als Grafikerin aufzubauen. Überhaupt kein Bewußtsein für die Themen Ausgleich, Seele und Gelassenheit. Auf einmal hat es dann „Knall“ gemacht und das ganze Konstrukt ist mir mehr oder weniger um die Ohren geflogen.

Eine nächtliche Panikattacke mit Herzrasen, die ich nicht einordnen konnte da ich so etwas nie zuvor erlebt hatte … und mittendrin war ich in einer Spirale aus für mich völlig realer Angst dass mein Herz stehen bleiben könnte. Ein täglicher, dauernder Druck auf der Brust und die zugehörige Panik liessen mein Leben fast ein Jahr nahezu stillstehen. Arbeiten ging immer, aber Sport und alles was mir zuvor Spass gemacht hatte war plötzlich überschattet von einer andauernden, ja, Todesangst. Ich bin keine Waldwegen mehr gegangen aus Angst dass der Krankenwagen bei einem Herzinfarkt nicht bis hierher käme, habe keinen Sport mehr gemacht aus Angst, einen Herzstillstand zu erleiden. Nach mehreren nächtlichen Panik-Besuchen in der Notaufnahme, einem Herz-MRT und Besuchen bei einem Therapeuten kristallisierte sich langsam aber sicher heraus dass mein Körper völlig ok ist – und das Problem sich in meinem Kopf befand. Für mich völlig unverständlich … schliesslich war ICH doch NIEMALS auch so ein Psycho, hatte ich doch vorher immer still und leise die belächelt, die mit Depressionen oder ähnlichem zu kämpfen hatten. Naja, ich musste auf dem harten Weg lernen, dass auch ich eine Psyche habe, und diese anscheinend nicht unverwundbar war.

In dieser Phase kam Anton zu mir, unser Hund. Um mich zu erden, mir beizubringen dass Bewegen nicht immer gleich zwanghaftes Gasgeben ist, sondern dass man auch in Ruhe Gassi gehen kann. Er sollte ein Partner sein der mir Ruhe gibt und meiner Seele guttut. Seither gehört der Teil „Love the Dog“ zu mir dazu und ist für mich gleichbedeutend mit dem Pflegen meiner Seele wann immer ich Muße dazu habe. Spätestens alle paar Stunden muss ich ja mit dem Hund raus gehen, von daher nutze ich gerne diese Zeit um einfach mal durchzuatmen und den Kopf ein paar Minuten von der Arbeit im Sitzen am Rechner freizumachen. Dass der autarke und sehr exzentrische Anton leider so gar nicht das ist, was man sich unter einem Traumpartner vorstellt ist ein anderes Thema :)!

Meditation ist ein Thema mit dem ich mich noch zu beschäftigen lerne, meine Gedanken machen noch nicht immer was ich von ihnen möchte, nämlich „nichts“, sondern fliegen oft in alle möglichen Richtungen davon. Aber da ist wohl der Weg das Ziel und ich denke wenn sich mal die Tür in uns selbst geöffnet hat und wir gemerkt haben dass uns dieses Thema guttut, dann bleiben wir auch dran – ohne Zwang und Druck, sondern einfach in dem Maße, in dem es uns guttut.

Ich denke das Wichtigste, was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe ist die Tatsache, dass ich einfach mehr auf meinen Körper hören muss, auch mal Zeit für „Nichtstun“ reservieren muss ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben, mich nicht immer zu Höchstleistungen antreiben muss, und auch mal fünf gerade sein lassen sollte.
Genau das möchte ich Dir auch mitgeben.

Es bringt nichts, sich zwanghaft noch 3 Kilo runterhungern zu wollen, sich zu quälen und zu kasteien. Oder wie eine Bessessene Sport zu machen, nur um des Kalorienverlustes willen. Klar, Du hast anfänglich vermeintlich Dein oberflächliches Ziel erreicht, wenn es klappt. Aber wenn wir ehrlich sind, dann hast Du in der Zeit Deine Seele vernachlässigt, die sicherlich nicht in ein Korsett aus Zwang und Selbstrestriktion gepresst werden möchte.

Das heisst jetzt NICHT, dass wir uns nicht bewegen sollen, nicht abnehmen sollen, wenn wir das möchten, oder uns nur noch mit ungesundem Kram vollstopfen sollten.

Es heisst einfach, dass wir achtsam mit uns umgehen sollten, uns nicht in ein Korsett zwingen sollten um Ziele zu erreichen die wir vielleicht nur für die anderen erreichen möchten.

Manchmal ertappe ich mich, dass ich wieder zu „hoch drehe“, alles perfekt machen möchte und in alte Verhaltensweisen abrutsche. Gottseidank hilft es, sich zu reflektieren um genau das abzuwenden und die alten Fehler nicht mehr zu begehen.

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